Eva Lichtspiele
10713 Berlin
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Dienstag, den 22.09.2026:
15:15 Eva:
Spaziergang nach Syrakus17:45 Eva:
Kalter Hund20:30 Eva:
VaterlandEintrittspreise
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Cosima Filmtheater
Bundesplatz Kino
Staatsschutz
...ab 26. September im Eva !
Samstag 26.09.
Sonntag 27.09.
Montag 28.09.
Dienstag 29.09.
Mittwoch 30.09.
Regie: Faraz Shariat
Drehbuch: Claudia Schaefer
Besetzung: Chen Emilie Yan, Julia Jentsch, Alev Irmak
113 Min. fsk 12
Der Staat soll seine Bürger schützen – und zwar alle. Doch immer häufiger macht sich das Gefühl breit, dass der Staat dieser Pflicht nicht gerecht wird und auf einem, dem Gefühl nach meist dem rechten, blind sei. Aus dieser Haltung heraus entwickelt Faraz Shariat sein Drama „Staatsschutz“.
Irgendwo in Deutschland arbeitet Seyo Kim (Chen Emilie Yan) seit kurzem als Staatsanwältin. Sie glaubt an den Rechtsstaat, spricht sich in Fällen gegen Rechtsextreme mal für einen Freispruch aus, mal für eine Gefängnisstrafe, je nach Beweislage. Trotz dieser neutralen Haltung hat sie sich Feinde gemacht und wird eines Tages beim Weg zur Arbeit vom Fahrrad gedrängt und mit einem Molotowcocktail beworfen.
Die äußerlichen Verletzungen verheilen schnell, doch in ihrem inneren hadert Seyo mit ihrer Behörde, die in ihren Augen nicht aktiv genug gegen die mutmaßlichen Täter vorgeht. Der steht ihrer Meinung nach fest: Ein in der Stadt bekannter Rechtsextremist, der offenbar auch nicht zum ersten Mal Deutsche mit Migrationshintergrund bzw. Asylbewerber angegriffen hat.
Da ihre Behörde selbst nichts tut, beginnt Seyo auf eigene Faust zu ermitteln, verschafft sich Zugang zu den Archiven des Gerichts und stößt in den Akten auf zahlreiche Fälle, in denen die Ermittlung bei offenbar von rechts verübten Taten sehr schnell eingestellt wurden.
Mit seinem Debütfilm „Futur Drei“ hatte der iranischstämmige deutsche Regisseur Faraz Shariat vor einigen Jahren einigen Erfolg, für den Nachfolger „Staatsschutz“ verfilmt er nun ein Drehbuch, das die deutsche Autorin Claudia Schäfer, zusammen mit den Korea-Deutschen Sun-Ju Choi und Jee-Un Kim geschrieben hat. Letztere engagieren sich in Initiativen gegen Rassismus, bei einer Organisation „korientation“, einer „(post)migrantischen Selbstorganisation.“
Dass auch Shariat als Deutscher mit Migrationshintergrund Rassismus erlebt hat, davon muss man ausgehen, die Filmemacher schöpfen also aus eigener Erfahrung, verarbeiten in „Staatsschutz“ auch ihre Wut über ein System, dem oft vorgehalten wird, auf dem rechten Auge blind zu sein. Aus dieser Wut entstand nun ein agitatorischer Film, der sich ein wenig zu viele erzählerische Freiheiten nimmt, der etwas zu ungenau erzählt, um über sein hehres Anliegen hinaus zu überzeugen. (...)
Gilt das Recht nur dann, wenn es im eigenen Sinne agiert? Ist es legitim, vielleicht sogar notwendig, gegen das Recht zu verstoßen, wenn man glaubt, dass einem Unrecht geschieht? Das sind spannende Fragen, die es wert wären, kontrovers diskutiert zu werden. Doch der Beantwortung weicht Faraz Shariat aus und begnügt sich stattdessen damit, auf emotionale Weise zu agitieren. Das mag zwar nachvollziehbar erscheinen, macht „Staatsschutz“ aber zu einem etwas schlichten Film über eine komplexe Thematik.
Michael Meyns (programmkino.de)
https://www.staatsschutz-film.de/de
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