Eva Lichtspiele

Blissestraße 18
10713 Berlin
U Blissestrasse oder Bus 101, 104, 249
Tel.: 030 / 922 55 305
Wir zeigen heute,
Donnerstag, den 29.02.2024:


17:15 Eva:
Arrow Geliebte Köchin (DF)

20:15 Eva:
Arrow Perfect Days (DF)

Eintrittspreise

Reality (DF)

... zum Bundesstart ab 8.2. im Eva und im Cosima
und zwar im Eva von Donnerstag bis Samstag (8.-10.2.) jeweils um 20:45 Uhr, am Sonntag (11.2.) um 20:30 Uhr, am Montag (12.2.) um 17:45 Uhr, am Mittwoch (14.2.) um 20:30 Uhr in OmU !



USA 2023 | 82 Min. | Biopic, Drama, Thriller
Regie: Tina Satter
Drehbuch: Tina Satter, James Paul Dallas
Besetzung: Sydney Sweeney, Josh Hamilton, Marchant Davis

Die junge Reality Winner (Sydney Sweeney) arbeitet für den US-amerikanischen Auslandsgeheimdienst NSA.
Doch im Juni 2017 zieht es ihr die Füsse vom Boden als zwei FBI-Agenten sie zuhause erwarten. Sie ahnt sofort, dass etwas nicht mehr stimmt. Denn sie hatte geheim gehaltene Informationen über die russische Beeinflussung der amerikanischen Präsidentschaftswahlen von 2016 an die Presse durchsickern lassen. Als Whistleblowerin muss sie nun mit harten Repressalien durch die Regierung rechnen....

In wenigen Monaten wird in den USA gewählt, eine Entscheidung zwischen Demokratie und Diktatur, wie es mancherorts heißt. Passend zu dieser Richtungswahl kommt nun mit „Reality“ ein Film ins Kino, der eine Episode in Folge der vorletzten Wahl als Doku-Drama nachzeichnet. In den besten Momenten wirkt Tina Satters Film dabei richtig Kafkaesk.

Schon bevor Donald Trump im November 2016 die Wahl zum amerikanischen Präsidenten gewann, wurden Stimmen laut, die von einer versuchten Einflussnahme Russlands berichteten. Das FBI ermittelte, doch Anfang Mai 2017 wurde der noch von Obama eingesetzte FBI-Chef James Comey entlassen. Die Gerüchteküche brodelte, bald darauf veröffentlichte die Internetseite theintercept einen Artikel, der auf einem internen Bericht basierte, der versuchte russische Einflussnahme auf die Wahl nahelegte.

Hier beginnt „Reality“, der erste Spielfilm von Tina Satter, die den Stoff schon in einem Theaterstück verarbeitete. Grundlage des kaum 80 Minuten langen Films sind Tonbandaufzeichnungen der Verhaftung von Reality Winner durch Beamte der CIA. Es beginnt verdächtig harmlos: Reality Winner (Sydney Sweeney), die als Übersetzerin in einer CIA-Unterfirma arbeitet und durch ihre Arbeit Zugang zu internen, streng geheimen Unterlagen hat. Als sie nichtsahnend nach Hause kommt, wird von zwei Männern konfrontiert. Es sind die beiden CIA-Agenten Garrick (Josh Hamilton) und Taylor (Marchánt Davis), die sich harmlos geben und von verlegten Papieren sprechen. Während sich das Gespräch zunächst um Banalitäten wie Winners Tiere oder ihren Einkauf dreht, tauchen im Hintergrund immer wieder bedrohliche schwarze SUVs auf.

Betont banal wirkt das Gespräch, das lange kaum als Verhör bezeichnet werden kann. Doch spätestens, wenn ein halbes Dutzend Agenten in Winners Haus steht und jedes Stück Papier umdreht, ahnt man, dass es hier um etwas Größeres geht.

Michael Meyns, Programmkino.de