Eva Lichtspiele

Blissestraße 18
10713 Berlin
U Blissestrasse oder Bus 101, 104, 249
Tel.: 030 / 922 55 305
Wir zeigen heute,
Donnerstag, den 02.02.2023:


13:30 Eva:
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15:30 Eva:
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20:30 Eva:
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Räuber Hotzenplotz

... wieder am Sonntag (5.2.) um 11:00 Uhr in der Matinee in den Eva-Lichtspielen !

Die Geschichten von Otfried Preußler sind zeitlos schön und unterhalten Kinder schon seit Generationen. In schöner Regelmäßigkeit wird sein Werk erneut verfilmt. Vom Räuber Hotzenplotz gab es nicht nur eine Version der Augsburger Puppenkiste, sondern auch gleich mehrere Realverfilmungen – darunter eine mit Gert Fröbe. Seit der letzten sind auch schon wieder 16 Jahre vergangen. Die neue lebt vom selben Charme.

Deutschland 2022
Regie: Michael Krummenacher
Buch: Matthias Pacht
Darsteller: Nicholas Ofczarek, Hans Marquardt, Benedikt Jenke

Länge: 106 Minuten


FILMKRITIK:

Der Räuber Hotzenplotz macht die Gegend unsicher und klaut der Großmutter eine Kaffeemühle mit eingebauter Spieluhr. Ihre Enkel Kasperl und Seppel wollen den Räuber überführen, werden von ihm aber gefangen. Einen der Jungen verkauft er als Dienstboten an den Zauberer Zwackelmann, der andere leistet ihm Gesellschaft. Aber so schlau, wie Hotzenplotz meint, dass er ist, ist er eben nicht – ganz im Gegensatz zu den beiden Jungen …

Bei der neuesten Version von Otfried Preußlers Kinderbuch hält sich Autor Matthias Pacht im Großen und Ganzen nahe an die Vorlage. Nur Kleinigkeiten dichtet er hinzu, ansonsten gibt es das, was man von der Geschichte des Räubers Hotzenplotz auch erwartet. Der Film ist dabei sehr charmant geworden. Die Drehorte strahlen zeitlich authentisches Flair aus, die Kostüme sind toll, und Nicholas Ofczarek spielt den Räuber herrlich pompös. Er macht sich die Figur zu eigen, so wie es vor ihm Gert Fröbe und Armin Rohde getan haben.

Aber der heimliche Star dieses Films ist August Diehl. Er spielt den Zauberer Zwackelmann, und das mit sichtbar großer Freude. Diehl hat selten die Gelegenheit, weniger ernsthafte Rollen zu spielen. In der des Zauberers geht er auf, feixt, kreischt, reißt die Augen auf, fuchtelt herum. Kurz gesagt: Er spielt, als hätte er vor, der deutsche Jim Carrey zu werden. An ihn muss man bei Diehls Zwackelmann denken, aber es ist nicht so, dass der deutsche Mime den US-Kollegen imitieren würde. Er schafft es nur, dessen Comedy-Energie wirklich zu kanalisieren. Jede Szene mit ihm ist ein echtes Highlight.

Das übrige Ensemble schlägt sich auch gut. Der Film selbst sieht hervorragend aus – mit einer Ausnahme. Wastl, der ehemalige Hund, ist wirklich erstaunlich mies getrickst, geradeso, als hätte man einen Film aus den 1970er Jahren vor sich. Vielleicht war das aber auch Absicht, weil im Vergleich zu einem CGI-Effekt mit der Puppe eine Art Zeitlosigkeit erschaffen wird.

Peter Osteried, programmkino.de