Blissestraße 18
10713 Berlin
U Blissestrasse oder Bus 101, 104, 249
Tel.: 030 / 922 55 305
Eintrittspreise:
-Erwachsene 9,-- €
-Kinder (bis 14 J.) 5,-- €
-ermäßigt 7,-- €
-Kinotag: Dienstag 5,-- €
Wir zeigen heute,
Samstag, den 23.02.2019:


11:00 Eva:
Yuli (DF)

13:00 Eva:
Mia und der weiße Löwe

15:15 Eva:
Die Blüte des Einklangs

17:45 Eva:
Der Junge muss an die frische Luft

20:15 Eva:
Can You Ever Forgive Me? (DF)

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Bundesplatz-Kino

Impressum

Die Blüte des Einklangs

... bis Samstag, den 23.2. täglich um 15:15 Uhr in den Eva-Lichtspielen !

Mit ihren stilistisch unverwechselbaren Filmen, die tief in die Mythen und Geschichten ihrer japanischen Heimat eintauchen, hat sich Naomi Kawase einen Namen gemacht. Mit „Die Blüte des Einklangs“ hat sie nun zum ersten Mal auch auf Englisch gedreht, dazu mit dem internationalen Star Juliette Binoche in der Hauptrolle, was ihren Film zugänglicher macht, aber auch weniger magisch als ihre besten Werke.


FILMKRITIK:

Die französische Journalistin Jeanne (Juliette Binoche) ist zusammen mit ihrer Übersetzerin Hana (Minami) unterwegs in einem unendlich scheinenden japanischen Wald. Sie sucht eine Pflanze namens Vision (so auch der pragmatische wie vieldeutige Originaltitel), die nur alle 997 Jahre blühen und heilende Kräfte besitzen soll.

Schmerzen unterschiedlichster Art können mit ihr geheilt werden, das bestätigt die sehr alte, blinde Aki (Mari Natsuki), die ebenso in einer einsamen Hütte mitten im Wald liegt wie der überaus schweigsame Tomo (Masatoshi Nagase). Trotz seines offensichtlich zurückgezogenen Lebens nimmt er die beiden Frauen auf und beginnt nach Hanas Abreise eine Affäre mit Jeanne.

Doch auch Jeanne muss den Wald bald verlassen, vorübergehend, und als sie einige Zeit später zurückkommt findet sie den jungen Wanderer Rin (Takanori Iwata) in Tomos Hütte vor, der ihren Platz eingenommen zu haben scheint. Doch nach und nach stellt sich heraus, dass die Figuren mehr miteinander zu tun haben, als sie ahnen, dass sie verbunden sind, jedoch nicht unbedingt in dieser Zeit, an diesem Ort.

Seit gut 20 Jahren laufen die Filme von Naomi Kawase regelmäßig auf den großen Festivals der Welt, hat sich die japanische Regisseurin mit einer ganz eigenen Bildsprache einen Namen gemacht. Höchst enigmatisch sind die meisten ihrer Filme dabei, vom Versuch durchzogen, in das Wesen der japanischen Seele einzutauchen, die Substanz des Schintoismus, nach dem alle Aspekte der Welt beseelt sind, in Bildern auszudrücken, was je nach Sichtweise mal als esoterisch, mal als transzendent beschrieben wird.

Mit ihrem vorletzten Film „Kirschblüten und rote Bohnen“ sprach sie dann zum ersten Mal auch ein Mainstream-Publikum an, erzählte eine klare, einfache Geschichte, wovon diesmal keine Rede sein kann. Immer enigmatischer wird „Die Blüte des Einklangs“ auf Dauer, immer weniger klar wie die Zeitsprünge zu erklären sind, ob man hier Erinnerung sieht, Träume oder, ja, Visionen.

Dieser allzu ungefähre Ton, der mehr Rätsel aufgibt als auflöst, wird noch unterstützt von Kawases Entscheidung, zum ersten Mal in einer ihr fremden Sprache zu drehen. Ein wenig französisch, aber vor allem englisch hört man, hört Sätze wie „Liebe ist wie die Wellen“ oder „Ich sehe mit dem Herzen“, Sätze, die man profund oder banal finden kann, die sich auf Englisch aber allzu deutlich anhören und dem Geschehen viel von seiner mysteriösen Qualität nehmen.

Denn was Kawase auch hier, einem letztlich schwächeren Film, zeigt, ist ihr großes Gespür für Bilder von der Natur, von Wolken und Pflanzen, Blüten und Bächen, für eine unwirkliche Atmosphäre, die in eine fremde Welt entführt, hineinsaugt, von der man oft nicht genau weiß was dort passiert, deren Sog man sich aber nur schwer entziehen kann.

(Michael Meyns, programmkino.de)