Blissestraße 18
10713 Berlin
U Blissestrasse oder Bus 101, 104, 249
Tel.: 030 / 922 55 305
Eintrittspreise:
-Erwachsene 9,-- €
-Kinder (bis 14 J.) 5,-- €
-ermäßigt 7,-- €
-Kinotag: Dienstag 5,-- €
Wir zeigen heute,
Donnerstag, den 16.08.2018:


13:00 Eva:
Hotel Transsilvanien 3 - Ein Monster Urlaub

15:15 Eva:
Die Frau, die vorausgeht

17:45 Eva:
303

20:30 Eva:
Mamma Mia 2! Here We Go Again (DF)

Durch Anklicken der Filmtitel erhalten Sie detaillierte Beschreibungen zu den Filmen


Bundesplatz-Kino

Impressum

Die Wunderuebung

... nur noch bis einschließlich Mittwoch, den 15. August täglich um 18:00 Uhr in den Eva-Lichtspielen !

Ein Paar, ihr Therapeut, ein Raum und der Versuch, eine Ehe zu retten. Das sind die Zutaten von Michael Kreihsls „Die Wunderübung“, der Verfilmung eines Theaterstücks von Daniel Glattauer. Und wie abgefilmtes Theater wirkt auch die Filmversion, denn trotz manch pointierter Dialoge schafft es Kreihsl nur in Momenten, das statische Stück zu einem Kinofilm zu machen.


FILMKRITIK:

Seit Jahren sind Joana (Aglaia Szyszkowitz) und Valentin (Devid Striesow) verheiratet, haben zwei Kinder, sind beruflich erfolgreich, doch zusammen sind sie nur noch auf dem Papier. Letzte Hoffnung ist ein Paartherapeut (Erwin Steinhauer), der jedoch schnell an dem streitbaren Paar zu verzweifeln beginnt. Auch noch die kleinste Übung, mit der ein gewisser Zusammenhalt geschaffen werden soll, ist für das Paar zu viel. Jede Frage führt in kürzester Zeit zu Vorwürfen. Nach 17 Jahren Ehe scheint das Band zwischen Joana und Valentin vollständig zerstört. Warum sie eigentlich noch zusammen sind, fragt der Therapeut sich und das Paar, das auf diese eigentlich einfache Frage keine Antwort weiß.

Doch nach einer kurzen Ruhepause, die sowohl Therapeut als auch Klienten dringend benötigen, verändert sich die Situation. Fahrig wirkt der Therapeut auf einmal und offenbart, dass er gerade am Telefon von seiner Frau verlassen wurde. Plötzlich hat sich die Situation umgedreht, plötzlich ist es nicht mehr der Therapeut, der das Paar berät, sondern das Paar, das dem Therapeuten mit guten Ratschlägen zur Seite steht. Ein überraschender Zusammenhalt, der zeigt, dass in dieser Ehe vielleicht doch noch nicht alles verloren ist.

90 Minuten dauert die Sitzung beim Paartherapeuten, genauso lange ist auch die Filmversion des erfolgreichen Theaterstücks von Daniel Glattauer, dass Michael Kreihsl nun schon zum zweiten Mal verfilmt. Vor einigen Jahren inszenierte er ebenfalls mit Aglaia Szyszkowitz in der weiblichen Hauptrolle einen Fernsehfilm, nun also eine Kinoversion, in der mit Devid Striesow einer der bekanntesten deutschen Schauspieler, die männliche Hauptrolle übernimmt.

Passend wenn auch konventionell besetzt, hat Striesow in den letzten Jahren doch immer wieder Männer gespielt, die nur scheinbar stark sind, deren Souveränität sich jedoch schnell als Fassade erweist, hinter der sich eine weiche, verletzliche Seite versteckt. Nach diesem Muster funktioniert auch ein Stück, dass weniger von seiner psychologischen Komplexität lebt, als von mitunter pointierten Dialogen und einer finalen Wendung, die allerdings schon früh allzu deutlich absehbar ist, als wirklich zu überraschen.

Ein Lustspiel ist dies, eine Klamotte, ein Boulevardstück, das wenig mehr will, als 90 Minuten zu unterhalten, dass zwei grob charakterisierte Menschen gegeneinanderstellt, die nur auf den ersten Blick nichts mehr verbindet. Nicht weiter schlimm ist die fehlende Substanz auf der Bühne, wo das Charisma der Schauspieler für einen dennoch vergnüglichen Abend sorgen kann, doch für einen Film ist es etwas zu wenig.

Zumal Kreihsl es nicht gelingt, das Stück filmisch zu öffnen, die Interaktionen des Trios auf visuell interessante Weise zu inszenieren. Statisch filmt er sie ab, mal Einzeln, mal zu zweit, schneidet unrhythmisch und mit erstaunlich vielen Anschlussfehlern hin und her, wobei die Farben der Oberbekleidung noch das auffälligste Merkmal ist: Er trägt ein blaues Hemd, sie eine rosa Bluse. Ähnlich behäbig und altbacken wirkt am Ende der ganze Film, der es nie schafft mehr zu sein, als gut gespieltes, aber doch abgefilmtes Theater.

(Michael Meyns, programmkino.de)

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