Blissestraße 18
10713 Berlin
U Blissestrasse oder Bus 101, 104, 249
Tel.: 030 / 922 55 305
Eintrittspreise:
-Erwachsene 8,-- €
-Kinder (bis 14 J.) 5,-- €
-ermäßigt 7,-- €
-Kinotag: Dienstag 5,-- €
Wir zeigen heute,
Sonntag, den 22.10.2017:


11:00 Eva:
Felicite (OmU)

13:00 Eva:
The Lego Ninjago Movie

15:30 Eva:
Kedi - Von Katzen und Menschen

17:45 Eva:
Daniel Hope - Der Klang des Lebens

20:15 Eva:
Körper und Seele

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Bundesplatz-Kino

Impressum

Victoria & Abdul

... voraussichtlich wieder ab 26.10. in den Eva-Lichtspielen !

In seiner wie immer wohlwollend-verschmitzten Art erzählt Stephen Frears‘ VICTORIA & ABDUL von der ungewöhnlichen Freundschaft, die Queen Victoria zu ihrem indischen Bediensteten Abdul Karim unterhielt. Judy Dench ist großartig als kleine, alte, eigensinnige Monarchin. Ali Fazal spielt Abdul Karim als karrierebewussten Abenteurer, der die Königin mit viel Charme um den kleinen Finger wickelt, sie aber tatsächlich auch mag. Sehr frei nach einer wahren Begebenheit.

FILMKRITIK:

VICTORIA & ABDUL basiert auf einer realen Episode aus dem Leben von Queen Victoria. Nach dem Tod ihres Ehemanns Albert pflegte die Queen mehrere sehr enge Freundschaften zu männlichen Angestellten, die für viel Klatsch und Tratsch und Empörung bei Hofe sorgten. Berühmt wurde der schottische Diener John Brown. Man munkelte sogar von einer Affäre, was Victoria den Spitznamen „Mrs. Brown“ einbrachte. Nachdem Brown gestorben war, wurde der indische Bedienstete Abdul Karim, der nach London beordert worden war, um der Königin zum 50sten Thronjubiläum eine indische Gedenkmünze zu überreichen, ihr neuer Vertrauter. Innerhalb kürzester Zeit wurde Karim auf den neu geschaffenen Posten des „Munshi“, des spirituellen Lehrers der Queen befördert. Der Hofstaat war außer sich.

Um diese Anekdote herum strickt Stephen Frears die amüsante und gelegentlich rührende Geschichte einer Art Freundschaft zwischen zwei eigensinnigen Personen, die von ihrer Nationalität und ihrer Herkunft her eigentlich nur als Diener und Herrscherin oder als Unterdrückter und Unterdrückerin miteinander hätten agieren sollen. Die schwer zu fassende Verbundenheit macht Frears glaubhaft. Judy Dench, die fantastisch ist als die kleine, starrsinnige und schon sehr alte Königin, scheint zunächst vor allem amüsiert von Abduls Unverfrorenheit und Begeisterungsfähigkeit, vertraut ihm aber immer mehr. Bei Abdul (Ali Fazal) ist ein Gutteil Karrierewillen Motor für die aufmerksame Zuwendung zur Queen, aber von Anfang an scheint er zugleich fast der einzige, der sie als Person wahrnimmt. Darüber hinaus inszeniert Frears ihn als gutgelaunten Abenteurer, der seine Europareise sichtlich genießt.

Wie schon in THE QUEEN demontiert Stephen Frears die Absurditäten der höflichen Etikette mit gepflegtem Amüsement. Das geht damit los, dass zwei möglichst große Inder gesucht werden, um die Gedenkmünze, von der niemand so genau weiß, was sie eigentlich ist, zu überreichen. Dann wird der eine krank und der kleine, runde, überwiegend schlecht gelaunte Mohammed (Adeel Akhtar) muss einspringen, der fortan mit dem großen, schlanken, gut gelaunten Abdul ein komisches Duo bildet. Während THE QUEEN allerdings bei allem persönlichen Drama der Königsfamilie vor allem den Charakter einer Farce hatte, rührt VICTORIA & ABDUL mit der britischen Kolonialgeschichte an wesentlich ernstere Themen. Es gibt Momente im Film, wo man sich dazu einen drastischeren Kommentar erhofft hätte, mehr Wucht. Aber wenn man genauer hinschaut, erzählt Frears in seiner wohlwollenden Art sehr genau von den Machtverhältnissen und vom Wahnwitz der Engländer, sich überlegen zu fühlen. Als das Schiff mit Abdul und Mohammed in London anlegt, seufzt einer der englischen Offiziere auf: „Endlich Zivilisation!“ Die Kamera zeigt: Zerlumpte Bettler, die die von Bord gehenden Inder um ein Almosen anbetteln.

Weder werden die Engländer als überlegen gezeichnet, noch fühlen sich die beiden Exilinder unterlegen. Es ist historisch überliefert, dass Abdul und sein Mohammed der Königin die Füße küssen mussten. Bei Frears ist die Szene nicht Teil des Protokolls. Hier ist es nur Abdul, der Victoria ohne jede Absprache mit den Etikette-Meistern küsst. Als sie ihn erstaunt ansieht, während ein Rumoren durch den Saal geht, lächelt er sie an und meint „Ihr saht traurig aus.“ Mohammed ist von dieser halb dreisten, halb unterwürfigen Geste ebenso empört wie der Hofstaat: Er möchte vor allem weg von den Imperialisten, zurück nach Indien, wo das Wetter und das Essen besser sind, doch umso enger das Verhältnis von Abdul und Victoria wird, desto unwahrscheinlicher wird es, dass sich dieser Wunsch erfüllen wird.

Hendrike Bake, programmkino.de
 Offizielle Filmwebseite

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