Blissestraße 18
10713 Berlin
U Blissestrasse oder Bus 101, 104, 249
Tel.: 030 / 922 55 305
Eintrittspreise:
-Erwachsene 8,-- €
-Kinder (bis 14 J.) 5,-- €
-ermäßigt 7,-- €
-Kinotag: Dienstag 5,-- €
Wir zeigen heute,
Samstag, den 22.07.2017:


11:00 Eva:
Geschichte einer Liebe - Freya

13:00 Eva:
Ueberflieger - Kleine Voegel, grosses Geklapper

15:15 Eva:
Paris kann warten

17:30 Eva:
Die Erfindung der Wahrheit

20:30 Eva:
Paris kann warten

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Bundesplatz-Kino

Impressum

Paris Can Wait - Paris kann warten (OmU)

...in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln

... am Mittwoch, dem 26. Juli um 20:30 Uhr in der OmU in den Eva-Lichtspielen !

Die Frau eines einflussreichen Hollywood-Produzenten kann nach dem Besuch der Filmfestspiele in Cannes ihren Mann nicht nach Budapest begleiten. Statt dessen chauffiert sie ein französischer Geschäftspartner ihres Mannes im Auto nach Paris. Eigentlich eine Fahrt von wenigen Stunden, doch der Charmeur und Lebemann hat es nicht eilig. Zu zahlreich sind die Versuchungen am Wegesrand, vom edlen Restaurant bis zur römischen Sehenswürdigkeit. Nicht zu vergessen seine schöne Beifahrerin, der er taktvoll den Hof macht. Regiedebüt von Eleanor Coppola, die diese Geschichte 2009 so oder ähnlich selbst mit ihrem Ehemann Francis Ford Coppola erlebt hat. Zum einen feiert der Film die Schönheit der Landschaft Südfrankreichs und französisches Savoir vivre, zum anderen geht es um die Selbstverwirklichung einer Frau, die trotz ihres Alters eine kleine Flucht wagt. Von Diane Lane in der Hauptrolle bezaubernd gespielt.

FILMKRITIK:

Kein schlechter Ort, um einen Film zu beginnen. Anne Lockwood (Diane Lane) hat ihren Mann Michael (Alec Baldwin), einen einflussreichen Hollywood-Produzenten, zum Filmfestival nach Cannes begleitet. Eigentlich wollten sie anschließend ein paar Tage im Süden Frankreichs verbringen. Doch Michael hängt ständig am Telefon. Und dann muss er überraschend nach Budapest. Wegen einer Mittelohrentzündung kann Anne nicht mitfliegen. Darum erklärt sich Jacques (Arnaud Viard), der französische Geschäftspartner ihres Mannes, bereit, Anne im altersschwachen Peugeot nach Paris zu fahren. Hier könnten sich die Eheleute in einigen Tagen wiedertreffen, und schließlich seien es nur wenige Stunden bis zur Hauptstadt. Gesagt, getan. Doch Jacques, ein Genießer und Lebemann, kennt die Strecke zwischen Cannes und Paris nur zu gut. Hier eine Pause, dort ein Umweg, um edle Restaurants zu besuchen, römische Aquädukte zu bestaunen oder ins Filmmuseum zu gehen. Jacques macht der schönen Frau unverhohlen, aber taktvoll den Hof, nie geht er zu weit, nie vergreift sich im Ton. Anne fühlt sich geschmeichelt. Nach anfänglicher Unwilligkeit erliegt sie dem Reiz des Savoir vivre. Und irgendwann scheinen die Reisenden ihr Ziel, nämlich Paris, aus den Augen zu verlieren.

„Paris kann warten“ ist das Regiedebüt von Eleanor Coppola, Ehefrau von Francis Ford Coppola und Mutter von Sofia Coppola. Die Geschichte, die sie hier erzählt, hat sie selbst erlebt: 2009 begleitete sie ihren Mann nach Cannes und konnte dann wegen einer schweren Kopfgrippe den Flug nach Osteuropa nicht antreten. Die zweitägige Autofahrt nach Paris hat ihr nach eigenem Bekunden die Augen geöffnet für die Schönheit der Landschaft, aber auch für die Genüsse am Wegesrand: leckere Speisen, guter Wein, interessante Architektur.

Hauptdarstellerin Diane Lane, die sich schon in „Unter der Sonne der Toskana“ (2003) von südeuropäischer Lebensfreude anstecken ließ, pendelt glaubwürdig zwischen Unbehagen und Vergnügen, zwischen Widerstand und Fallenlassen. Sie ist eine selbstbewusste, etwas steife Amerikanerin, die sich von ihrem Mann vernachlässigt fühlt und – wie Eleanor Coppola – den Verlust eines Kindes betrauert. Die Reise verwandelt sie, und so ist auch das Kompliment zu verstehen, dass ihr Jacques wegen der gelungenen Fotos, die sie unterwegs immer wieder mit der Digitalkamera aufgenommen hat, macht. Hier ist eine emanzipierte Frau, die sich trotz ihres Alters und ihrer Probleme selbst verwirklicht. So ist der Film sehr nah dran am Leben von Eleanor Coppola, die sich mit dem Schreiben des Drehbuchs und der Übernahme der Regie so etwas wie einen späten Traum erfüllt hat.

Allerdings beschreibt „Paris kann warten“ auch eine sehr abgeschlossene Welt der Reichen und Schönen, in denen „normale“ Menschen gar nicht vorkommen oder – ob als Kellner oder Museumswärter – nur stören. Alltagsrealität findet hier kaum statt, was dem Film etwas Märchenhaftes gibt. Am Schluss sehen wir noch einmal das schöne, lächelnde Gesicht von Diane Lane. Wie wird sie sich zwischen Kontrolle und Lebenslust, zwischen Treue und Seitensprung, entscheiden? Das bleibt der Fantasie des Zuschauers überlassen.

(Michael Ranze, programmkino.de)

 Offizielle Filmwebseite

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